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ReiseInsider Tipps: Kurzreise Valencia

Erstellt von Martin Metzenbauer.  Veröffentlicht am 15.03.2026

Tipps für einen Trip in die spanische Mittelmeerstadt.

Die Kathedrale von Valencia von der Place de la Reina aus gesehen. © ReiseInsiderDie Ciutat de les Arts i les Ciencies - eines der begehrtesten Fotomotive in Valencia. © ReiseInsiderDie Seidenbörse sollte man auf jeden Fall besuchen. © ReiseInsiderOrangenbäume im Hof der Seidenbörse. © ReiseInsiderIn Valencia kann man wunderbar über kleine Plätzchen und Gassen spazieren. © ReiseInsiderDas gotische Hauptschiff der Kathedrale mit dem Altar aus der Renaissance. © ReiseInsiderDer Heilige Gral wird in einer Seitenkapelle der Kathedrale aufbewahrt. © ReiseInsiderValencia ist vor allem im Frühjahr und im Herbst ein lohnendes Ziel für einen Kurztripp. © ReiseInsiderDie Markthalle feiert 2028 ihren hundertsten Geburtstag. © ReiseInsiderBunte Straßenszene in Valencia. © ReiseInsiderMit der Metro kommt man in gut 20 Minuten vom Flughafen in die Innenstadt. © ReiseInsider

Spanien ist eines der vielfältigsten Reiseziele Europas: Von den Stränden Mallorcas oder Ibizas über den grünen Norden bis hin zu großen und bekannten Städten wie Madrid und Barcelona – um nur einige der spannendsten Destinationen der iberischen Halbinsel zu nennen.

Dazu gehört ohne Zweifel auch Valencia, die viertgrößte Stadt des Landes. Sie fasziniert in vielerlei Hinsicht: ein wunderschönes Stadtensemble, die Lage am Mittelmeer (mit Stadtstrand), viel Kultur und – last but not least – eine höchst lebendige kulinarische Szene.

Die Geschichte der Stadt begann vor mehr als zwei Jahrtausenden: Im Jahr 138 v. Chr. wurde sie von den Römern als Valentia Edetanorum gegründet – und zwar als Veteranenkolonie für römische Soldaten. Davon zeugen noch heute Reste römischer Straßen, Thermen und Gebäude unter der Altstadt. Im Jahr 711 wurde Valencia von den Mauren erobert und entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum islamischer Kultur und Landwirtschaft. Interessantes Detail: Bewässerungssysteme aus dieser Zeit prägen noch heute die Landwirtschaft der Region.

Fünfhundert Jahre später – genau 1238 – eroberte König Jakob I. von Aragón Valencia, danach wurde ein Königreich mit gleichem Namen gegründet. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Valencia zu einer der reichsten Handelsstädte und zu einem der bedeutendsten wirtschaftlichen Zentren des Mittelmeerraums. Viele bedeutende Bauwerke stammen aus diesem Goldenen Zeitalter, etwa die Kathedrale, die Seidenbörse La Lonja de la Seda sowie zahlreiche Paläste und Kirchen.

Gerade das Stadtzentrum atmet gewissermaßen noch diese glorreiche Epoche, aus der sehr viele Bauwerke erhalten geblieben sind. Doch natürlich hat sich Valencia auch später stark ausgedehnt (in der Metropolregion leben rund 1,8 Millionen Menschen), und die Stadt verfügt auch außerhalb des Centro Histórico über einige besuchenswerte Orte – unter anderem die hypermoderne Ciutat de les Arts i les Ciències aus der Zeit um die Jahrtausendwende.

Damit wären wir schon beim Thema „Besuchen“. In ReiseInsider-Manier stellen wir Ihnen Anreise, Hotels, Sehenswürdigkeiten, Kulinarik-Tipps und noch so einiges mehr vor.

Anreise

Zuerst einmal zur Frage: Wie kommt man nach Valencia? Natürlich gibt es landgebundene Wege wie Zug und Fernbus – beides dauert allerdings recht lang, weshalb die meisten Reisenden wohl mit dem Flugzeug anreisen werden. Dazu gibt es zumindest von Ostösterreich einige Möglichkeiten: Von Wien aus starten Austrian Airlines und Ryanair jeweils mehrmals pro Woche zum Flughafen Valencia. Alternativ kann man auch Umsteigeverbindungen – etwa über Palma oder Madrid – buchen.

Der Flughafen liegt sehr nah an der Stadt, sodass man schnell und günstig ins Stadtzentrum gelangt. Wir testeten auf einer Fahrt die U-Bahn (supergünstig und mit etwas mehr als 20 Minuten auch sehr schnell) und auf der anderen ein Uber (mit rund 15 Euro ebenfalls eine Okkasion). Apropos Uber: Damit – aber auch mit Taxis, die über Freenow gebucht werden können – ist man in der Stadt gut und günstig unterwegs. Ebenso praktisch ist die U-Bahn, auch wenn nicht alle Sehenswürdigkeiten perfekt angebunden sind. Und ganz wichtig: Das historische Zentrum lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden.

Hotels

An Unterkunftsmöglichkeiten mangelt es in Valencia keineswegs. Hier findet man die gesamte Bandbreite von Budget-Häusern über Ferienwohnungen bis hin zu sehr schönen Hotels. Es empfiehlt sich, die einschlägigen Buchungsplattformen zu durchforsten – besonders empfehlenswert sind unserer Meinung nach Häuser in oder am Rand der Altstadt.

Ein ReiseInsider-Tipp ist das SH Colón Valencia Hotel: ein solides Vier-Sterne-Haus mit modernen Zimmern, gutem Frühstück und nahezu ausgezeichneter Lage (www.hotelcolonvalencia.com). Die U-Bahn-Station Xàtiva, die direkt mit dem Flughafen verbunden ist, liegt quasi ums Eck – ebenso wie die Altstadt. Als zusätzliches „Zuckerl“ befindet sich das Hotel an einer der bekanntesten Einkaufsstraßen der Stadt, dem Carrer de Colón, an dem sich unter anderem zwei große El Corte Inglés-Kaufhäuser befinden.

Sehenswürdigkeiten

Einen Besuch in Valencia sollte man unbedingt im historischen Stadtzentrum beginnen. Hier bietet sich ein Spaziergang durch die kleinen Gassen in Richtung Mercado Central an. Diese 1928 im Jugendstil eröffnete, wunderschöne und sehr große Markthalle ist ein Muss für alle Besucherinnen und Besucher der Stadt.

Wer keinen Großeinkauf machen möchte, findet hier zahlreiche Möglichkeiten, sich kulinarisch verwöhnen zu lassen: etwa mit frischen Austern oder den bekannten Bocadillos al Jamón – also Weckerln mit Rohschinken, die hier in exzellenter Qualität angeboten werden. Was man ebenfalls kosten kann, ist Horchata – ein süßes Getränk aus Erdmandeln, das seinen Ursprung angeblich in Valencia hat.

So gestärkt können sich Kirchenfreunde zur benachbarten Iglesia de los Santos Juanes begeben. Wer sie besichtigen möchte, muss allerdings mit 16 Euro Eintritt (inklusive Audioguide) rechnen. Deutlich günstiger ist ein Besuch der bereits erwähnten Seidenbörse, die sich gegenüber der Markthalle befindet (der Eingang liegt in einer Seitengasse links von der Lonja). Hier beträgt der Eintrittspreis zwei Euro. Dafür erhält man Einblick unter anderem in die prächtige Haupthalle mit ihren acht Spiralsäulen sowie in den charmanten Innenhof mit Orangenbäumen.

Der weitere Spaziergang könnte anschließend in Richtung des größten Platzes der Innenstadt führen – der Plaça de la Reina. Neben schönen Bürgerhäusern bietet der von Palmen und Olivenbäumen gesäumte Platz die vielleicht wichtigste Sehenswürdigkeit Valencias: die Kathedrale, offiziell Catedral de Santa María de Valencia.

Von außen wirkt sie überraschend zurückhaltend: ein asymmetrisches Gebäudeensemble aus Kalkstein, der sich – abgesehen vom Turm – in den nördlichen Bereich des Platzes einfügt. Besonders interessant ist der Stilmix der Kathedrale, die über rund 600 Jahre immer wieder erweitert und verändert wurde. Hier finden sich Elemente von der Romanik über die Gotik bis hin zu Renaissance und Barock.

Auch wer kein ausgesprochener Kirchenfan ist, sollte die zehn Euro Eintritt investieren. Im Inneren erwarten Besucher neben dem prächtigen gotischen Kirchenschiff und dem Altar zahlreiche kleine Details, darunter Kapellen und Reliquien. Und ein ganz besonderes Highlight gibt es ebenfalls: In einer eigenen Kapelle – gleich rechts neben dem Eingang – wird der Heilige Gral ausgestellt, also jener Becher, aus dem Jesus angeblich beim letzten Abendmahl getrunken hat. Indiana Jones hätte seine Freude daran.

Wer ein wenig Kondition hat oder das Bocadillo vom Markt wieder abtrainieren möchte, kann anschließend den Glockenturm namens Miguelete (valencianisch: El Micalet) erklimmen. 207 Stufen führen nach oben, belohnt wird man mit einem großartigen Ausblick über die Stadt.

Nach dem Besuch der Kathedrale lohnt sich ein kurzer Spaziergang zur Plaça de la Mare de Déu. Dieser geschichtsträchtige Ort erlaubt einen Blick auf die Rückseite der Kathedrale und markiert zugleich den Standort des römischen Forums. Hier befindet sich auch die Real Basílica de Nuestra Señora de los Desamparados sowie der 1976 errichtete Turia-Brunnen. Dieser stellt den für Valencia wichtigen Fluss als liegenden Mann dar, umgeben von acht Frauenfiguren, die die historischen Bewässerungskanäle der Region symbolisieren.

Nach diesem vielleicht etwas anstrengenden Teil bietet sich ein kurzer Spaziergang in Richtung Norden an, um sich etwas zu entspannen. Dort trifft man nämlich auf eines der neuen Wahrzeichen Valencias – und zugleich auf das längste: Der Turia-Park ist beachtliche neun Kilometer lang und wurde im ehemaligen Flussbett errichtet.

Nachdem der Fluss Turia zuletzt 1957 schwere Überschwemmungen verursacht hatte, entschied man sich, ihn aus der Stadt umzuleiten. Im freigewordenen Areal entstand später der heutige Park mit Spazier- und Radwegen, Grünanlagen, Spielplätzen und Sportanlagen – ideal für eine kleine Pause während einer ausgedehnten Sightseeing-Tour.

Diese könnte man anschließend mit einer kurzen Uber-Fahrt zu einem der bekanntesten Fotomotive der Stadt fortsetzen: der bereits erwähnten Ciutat de les Arts i les Ciències (cac.es). Nach rund 15 Minuten Fahrzeit von der Innenstadt erreicht man dieses hypermoderne Gebäudeensemble, das man auf keinen Fall verpassen sollte – nicht zuletzt, wenn man besonders fotogene Valencia-Bilder mit nach Hause bringen möchte.

Die Anlage entstand ab den 1990er-Jahren und umfasst heute unter anderem eine Oper, eine Veranstaltungshalle sowie ein IMAX-Kino. Besonders für Familien empfiehlt sich ein Besuch des Wissenschaftsmuseums und des Aquariums, das zu den größten Europas zählt.

Ein solcher Sightseeing-Tag lässt sich vielleicht am schönsten am Meer ausklingen. Valencia verfügt über einen langen und breiten Sandstrand. Hier kann man – je nach Reisezeit – die Füße in den Sand oder ins Wasser stecken oder eines der zahlreichen Restaurants entlang der Promenade besuchen.

Wer länger in Valencia bleibt, kann natürlich noch viel mehr entdecken – beispielsweise das Gründerzeitviertel Eixample, in dem im Teilviertel Ruzafa die Kreativszene und viele gute Restaurants zuhause sind. Eine sehr gute Übersicht zu den zahlreichen weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt – nicht zu vergessen die Museen – findet man unter www.visitvalencia.com.

Kulinarik

Das Thema wurde bereits mehrfach angedeutet: Kulinarisch ist Valencia eine äußerst vielfältige und kreative Stadt. Beginnen wir mit einem Klassiker, den man wohl in fast jedem Restaurant mit regionaler Küche findet: die berühmte Paella, die hier wahrscheinlich im 18. Jahrhundert ihren Ursprung nahm.

Neben der Paella verfügt Valencia – wie viele spanische Städte – auch über eine ausgeprägte Tapas-Kultur. Die kleinen Häppchen bekommt man an vielen Orten, etwa im Alenar (unbedingt reservieren – online möglich unter alenarbodega.com). Wer es etwas internationaler mag, findet in Valencia aber ebenso zahlreiche Restaurants mit italienischer, asiatischer oder südamerikanischer Küche.

Auch Liebhaber der gehobenen Gastronomie kommen auf ihre Kosten: Laut aktuellem Michelin Guide besitzt die Stadt acht Sterne-Restaurants – zwei mit zwei Sternen (Ricard Camarena Restaurant - ricardcamarena.com und Flores Raras - floresraras.com) sowie sechs mit einem Stern. Eine Übersicht dazu findet sich hier: guide.michelin.com.

Und für Zwischendurch gibt es natürlich auch hochkalorisches, süßes Streetfood – etwa Churros oder Porras.

Sonstiges

Hier noch einige Kleinigkeiten, die interessant oder gut zu wissen sind, wenn man nach Valencia reist. Da wäre zunächst die Sprache: Zwar wird hier selbstverständlich Spanisch gesprochen, doch existiert mit Valencianisch auch eine eigene Sprache, die eng mit dem Katalanischen verwandt ist. Mit Englisch kommt man in der Regel gut durch.

Eine wichtige Frage ist immer jene nach der optimalen Reisezeit. Da der Sommer sehr heiß und der Winter mitunter kühl und regnerisch sein kann, empfehlen sich vor allem Frühling und Herbst für einen Städtetrip. Bereits im März liegen die Temperaturen häufig zwischen 15 und 20 Grad – ideal, um die Stadt zu erkunden. Wer im Meer baden möchte, wird allerdings eher den Sommer wählen.

Apropos Meer: Das Stadtzentrum liegt etwas landeinwärts. Zum Strand gelangt man entweder mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hotels direkt am Meer gibt es nur wenige – darunter das luxuriöse Las Arenas Balneario Resort (www.hotelvalencialasarenas.com).

Und schließlich noch ein Wort zum Geld: Bezahlen kann man in Valencia vielerorts problemlos mit den gängigen Karten, viel Bargeld muss man daher nicht mitführen. Ein paar Münzen oder kleinere Scheine sind jedoch für Trinkgeld praktisch (einen „Tip“ über das Kartenterminal einzugeben ist hier nicht unbedingt üblich). Bankomaten sind übrigens oft kostenpflichtig. Insgesamt ist das Preisniveau – wenn man von manchen Kirchenbesuchen absieht – durchaus moderat.

Fazit

Valencia gehört unserer Meinung nach klar zu den besuchenswertesten Städten Spaniens. Wie so oft macht auch hier die Mischung den Reiz aus: ein wunderbares historisches Stadtensemble, eine lebendige Gegenwart und eine faszinierende kulturelle Vielfalt.

On top darf man sich über eine mediterrane Stadt am Meer freuen – gepaart mit hervorragender Kulinarik.

In diesem Sinne: "València t’espera – Valencia wartet auf Dich!"

 

Bitte beachten Sie: Die in diesem Bericht genannten Preise können sich naturgemäß jederzeit ändern (unsere Recherchereise fand im März 2026 statt). Wir übernehmen trotz genauer Recherche keine Verantwortung für die Richtigkeit und Aktualität der Informationen in diesem Artikel.

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