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Coolcation in Bergen: Sommerfrische auf Norwegisch

Erstellt von Martin Dichler.  Veröffentlicht am 30.06.2026

Die Stadt am Fjord verbindet milde Temperaturen, Hansegeschichte, Kultur und Naturerlebnisse.

Bergens Altstadt Bryggen mit ihren bunten Holzhäusern. © Martin DichlerPanoramablick vom 320 Meter hohen Floyen. © Martin DichlerDie beeindruckende Hakonshallen. © Martin DichlerEnge und verwinkelte Gassen in Bergen. © Martin DichlerIn den ruhigen Fjorden rund um Bergen kann man Slow Travel zelebrieren. © Martin DichlerAuch das kann man in Bergen machen: Mit dem Ausflugsschiff direkt an den Wasserfall fahren. © Martin DichlerNatürlich gibt es in Bergen auch norwegische Fischspezialitäten. © Martin Dichler

Wenn in Mitteleuropa die Temperaturen steigen, rücken Reiseziele im Norden Europas stärker in den Fokus. Bergen passt gut zu diesem Trend: Die zweitgrößte Stadt Norwegens bietet im Sommer meist angenehm milde Temperaturen, viel Kultur, kurze Wege in die Natur und einen direkten Zugang zu einigen der bekanntesten Fjordlandschaften des Landes.

Der Begriff "Coolcation" - ein Wortspiel aus "cool" und "vacation" - beschreibt diese Entwicklung recht treffend. Statt Urlaub in großer Hitze suchen Reisende bewusst Regionen, in denen der Sommer frischer, aber dennoch aktiv und abwechslungsreich ist. Bergen bietet dafür eine passende Mischung: Bunte Holzhäuser, Museen, Musik, eine lebendige Gastroszene, Fjorde und Berge, die direkt vor der Stadt beginnen.

Vom Handelsplatz zur Königsstadt

Bergen wurde der Überlieferung nach im Jahr 1070 von König Olav Kyrre gegründet und entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Handelsplatz. Im 13. Jahrhundert war die Stadt zeitweise politisches Zentrum Norwegens und Sitz des Königs. Später prägte vor allem die Hanse das wirtschaftliche Leben.

Obwohl Bergen selbst nicht "offizielles" Mitglied der Hanse war, entstand in Bryggen eines der wichtigsten Hansekontore Nordeuropas. Gehandelt wurden vor allem Stockfisch, Hering, Pelze und andere Waren. Heute zählt Bryggen mit seinen schmalen Gassen und bunten Holzhäusern zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Wo einst Kaufleute nach eigenen Regeln lebten und arbeiteten, befinden sich heute Geschäfte, Restaurants, Ateliers und kleine Museen. Ein Spaziergang durch Bryggen führt dennoch spürbar zurück in die Vergangenheit. Dass die Holzhäuser nach mehreren großen Bränden immer wieder aufgebaut wurden, gehört zur Geschichte dieses besonderen Viertels.

Akkordeon trifft Oper

Auch kulturell spielt Bergen eine wichtige Rolle. Seit mehr als 70 Jahren findet zwischen Ende Mai und Mitte Juni das Bergen International Festival statt, bei dem nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler die Stadt zur Bühne machen. Bergen war im Jahr 2000 Europäische Kulturhauptstadt und nutzt bis heute historische Orte als eindrucksvolle Spielstätten.

Eine davon ist die Håkonshallen auf dem Gelände der Festung Bergenhus. Der im 13. Jahrhundert errichtete Saal zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Profanbauten Norwegens und wird regelmäßig in das Festivalprogramm eingebunden. Wenn dort etwa ein Programm wie "Akkordeon trifft Oper" mit dem Bariton Thomas Hampson und der Akkordeonistin Ksenija Sidorova angesetzt ist, passt der historische Rahmen besonders gut zur Akustik und Atmosphäre des Abends.

Die grüne Wiese zwischen den Bergen

Bergen ist eine hügelige Stadt. Wer sie entspannt und dennoch aktiv erkunden möchte, kann auf das Angebot von Bergen Bike Rent zurückgreifen. Mit modernen E-Bikes lassen sich auch die höher gelegenen Viertel gut erreichen. Knut, erfahrener Tourguide und E-Bike-Profi, führt seine Gruppen auf einer rund zweistündigen Tour zu persönlichen Lieblingsplätzen und Aussichtspunkten abseits der klassischen Wege.

Dabei versteht man auch, warum sich Bergen vom altnordischen "Bjørgvin" ableitet, was so viel wie "grüne Wiese zwischen den Bergen" bedeutet. Die Stadt wird häufig als Stadt der sieben Berge bezeichnet. Einer davon liegt besonders nahe: der Fløyen.

Direkt vom Zentrum führt seit 1918 die Standseilbahn Fløibanen auf den rund 320 Meter hohen Fløyen. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten, oben warten Wanderwege, Aussichtspunkte und einer der besten Blicke auf Bergen, den Hafen und die Fjordlandschaft der Umgebung.

Fjordträume ab Bergen

Die Fjorde zählen nach wie vor zu den großen Naturattraktionen Norwegens. Bergen eignet sich durch seine Lage besonders gut als Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die umliegenden Fjorde oder für längere Reisen entlang der norwegischen Küste.

Das Angebot an Tagesfjordkreuzfahrten ist groß. Schon eine rund 3,5-stündige Tour von Bergen nach Mostraumen vermittelt einen starken Eindruck von der Landschaft: Der Weg führt durch den Osterfjord in den engen Mostraumen-Kanal, vorbei an Felswänden, Wasserfällen, kleinen Siedlungen und Ausblicken, die sich ständig verändern.

Gerade solche Ausflüge zeigen, warum Bergen mehr ist als ein klassisches Städteziel. Die Stadt verbindet Kultur, Geschichte und Natur auf engem Raum. Wer im Sommer der großen Hitze entkommen möchte, findet hier keine reine Ausweichdestination, sondern ein eigenständiges Reiseziel mit einem starken Charakter!

ReiseInsider Tipps

Anreise: Austrian Airlines fliegt bis Mitte September dreimal wöchentlich nonstop von Wien nach Bergen. Infos: www.austrian.com

Infos zur Stadt:www.visitbergen.com 

Fjorde der Region:www.fjordnorway.com 

Übernachtung: Charmante Skostredet Hotel: www.hotelcharmante.no

Essen: Bryggen Tracteursted: www.bryggentracteursted.no; Fish Me am Fischmarkt: www.fishme.no; Fløirestauranten am Fløyen: www.floirestauranten.no; Bien Litteraturhuset: www.bienbar.no

Kultur: Bergen International Festival: www.fib.no

Fjord-Exkursionen:www.mostraumenfjordcruise.com

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